Es war einmal.....

ein 1984er Pontiac Fiero SE den ich 2004 in Ebay mit Motorschaden sah. In der Beschreibung  stand Lackierung neu und professionell ausgeführt alsoersteigerte ich das gute Stück für 300 Euronen.

Da wir das Auto im Dunkeln vom Firmengelände eines Autolackierers abholten und es sooo schön glänzte , klopfte ich mir auf die Schulter "gut gemacht".

Am nächsten Morgen besah ich mir das ganze nocheinmal näher und fragte mich ob es normal ist ,daß man den Decklack mit zwei Fingern von seinem Untergrund lösen kann......

Im Frühjahr 2005 bekam das Auto dann erst einmal einen 86er Motor verpasst , der 45000mls auf der Uhr hatte, was auch tadellos funktionierte . Erstaunlicherweise ging der Motorwechsel nach oben schnell und problemlos von statten.

Dann war es soweit , Juli 2005 : lasset die Spiele beginnen.

Als erstes widmeten wir uns dem Ansaugkrümmer  welcher unter dem EGR eher nach einer Kohlemine aussah , als nach etwas anderem . Bei dem guten Stück wurde der Querschnitt der Kanäle dem Querschnitt einer neuen Dichtung angepasst und danach die Kanäle poliert. Vorher wurde er natürlich gesandstrahlt damit der Lack (Bremssattellack Rot) auch vernünftigen Halt findet.

 

Nun kamen die Felgen an die Reihe . Sie waren von mehreren Vorbesitzern liebevoll mit diversen Lackschichten überzogen wurden , was den Lack aber nicht davon abhielt lustige Muster zu bilden.

Also "mal eben" Sandstrahlen ......

2 Tage später war dann vom Lack nichts mehr zu sehen , dafür aber kleine Sicken und ein Pontiac Schriftzug :)

Der nächste Schritt war dann eine "Schleiforgie"  angefangen mit 100er Schleifscheiben um die Riefen zu entfernen, über 200er und 400er als gute Basis um mit Naßschleifpapier herangehen zu können.

Angefangen mit 400er Naß über 600er , 1000er und 1200er bildete sich eine glatte saubere Fläche heraus ,auf der man gut mit Polierpaste arbeiten konnte.

Nun folgte die "Polierorgie" mit Polieraufsätzen für Excenterscleifer und Boma sowie unzähligen Tuben Paste. Dann noch ein paar Poliergänge per Hand , die Felgenzwischenräume Schwarzmatt lackiert und die Oberfläche mit Hochabriebfestem Klarlack versiegelt.

Beim Reifenmann meines Vertrauens die Mäntel liebevoll draufstreicheln lassen und kurze Ventile mit Chromkappen implantiert.

Nun noch die Nabenkappen gebastelt (Tintenstrahler -->Fieroemblem -->wetterfeste Folie -->Klarlack)

und nach knapp 8 Tagen sah es dann so aus.

Vom Ergebniss der bisherigen Aktionen bestärkt, begann ich den Fiero "nackich" zu machen um mit den vorbereitenden Arbeiten für die Lackierung zu beginnen.

Zu meiner Freude fand ich fast keinen Rost am Chassis , lediglich Querlenker Cradle und Stabis wiesen Oberflächenrost auf.

Also alles entrostet, verzinkt und mit Unterbodenschutz sowie Hohlraumkonservierung geflutet.

Die Freude wurde dann etwas verhaltener, als ich mir die Bremsen näher betrachtete und feststellte, daß weder Staubschutzkappen vorhanden waren sowie die Bremsbowdenenzüge eine innige Verbindung mit ihrem Mantel eingegangen waren.Also die Bremssättel überholt und mit rotem Bremssattellack bedacht.

Am nächsten Tag begann ich euphorisch den alten Lack der Fronthaube mit einem Excenterschleifer zu entfernen , musste aber feststellen, daß der ""Lackierer"" es nicht für nötig erachtet hatte den roten Grundlack zu waschen , geschweige denn vor der Lackierung anzuschleifen.

Der Excenterschleifer riß also immer munter grössere Fetzen des Schwarzen Decklackes ab und verstreute sie in der Umgebung . Weiterhin mit einer Maschine zu schleifen, hätte die Haube nur in eine Kraterlandschaft verwandelt, Also wurde tapfer per Hand weitergeschliffen.

Als alle größeren Teile vorbereitet waren, rief ich Jürgen und Sven an um das Lacken zu starten.

Am Tag zuvor meinte Jürgen, der schon viele Autos lackiert hatte, "gut , alles soweit vorbereitet , sollte 2-3 Tage dauern" ........ Dieser Satz verfolgte ihn das gesamte weitere Projekt :)

Als Jürgen sich dann die Teile näher ansah, folgte die ernüchternde Aussage : " hmmm , da muss alles runter :( 

also Schleifen die dritte.

Nun begann das fröhliche Grundieren.

In mehreren Gängen mit speziellem Füller , der mit Weichmacher angerührt war , sowie Fein und Feinstspachtel näherten wir uns einer annähernd glatten Oberfläche. (Zuvor mußten diverse Teile mit GFK Spachtel rekonstruiert werden . Einschlagstellen von tieffliegenden Igeln ,Fußgängern , etc . )

Nach mehreren durchschliffenen/spachtelten Nächten begann nun endlich das Lackieren.

Mehrere unserer Damen überstimmten uns bei der Farbwahl und unter Androhung ehelicher Embargos einigten wir uns gütlich auf "Ralley Blau" von Ford , einem Lack mit dezentem Farbwechsel. 

Geplant waren 2 Farbschichten und 4 Klarlack , es wurden aber 6 Farbe und 8 Klar . Insgesamt 7.5 Kg Farbe :)

Nach jedem Durchgang lackieren und trocknen , erfolgte ein Schliff mit 1200er Naßschleifpapier.

Nach diversen Lack und Schleifdurchgängen und den Trockenphasen war Sven von dem Ergebniss sehr überrascht.

Er war nicht nur überrascht sondern sehr zufrieden :)

Nach dieser überschwänglichen Freudenbekundung machten wir uns an die Montage der Karrosserieteile.

Dann folgte die Innenausstattung, welche wir zuvor gereinigt und dann mit Foliatec Kunststofffärbespray (Schwarz) behandelt hatten.

Noch "einige" abschließende Arbeiten , wie z.B. die pelzige , flockige Suppe aus Bremsleitungen und Kupplung entfernt , beides entlüftet ,die neuen Felgen montiert und " a new Baby was born"